Interview avec Antje Porzig

Antje Porzig Goldschmiedin und Schmuckdesignerin in Berlin by InJewels

Designerin Antje Porzig im Portrait 

 

Erzähl uns etwas über dich. Wo wurdest du geboren und wo bist du aufgewachsen? Wo lebst und arbeitest du heute?

  

Ich bin in Gera (Thüringen) geboren und in einer ländlichen Gegend dort in der Nähe aufgewachsen. Nachdem ich meine Grafik und Design Ausbildung beendet hatte, habe ich meine Ausbildung zur Goldschmiedin in Arnstadt bei Erfurt und in Berlin gemacht. Gleich im Anschluss bin ich für 3 Monate nach New York (Manhattan) gezogen, um dort in einer bekannten Schmuckgalerie in Down Town zu arbeiten. Direkt danach zog ich nach Madrid und verbrachte dort 6,5 Jahre. Hier formte und entwickelte sich mein Stil und Design, während ich in einer kleinen Schmuckgalerie arbeiten, fertigen und ausstellen durfte. Ich nutzte die Zeit auch, um Schmuckkurse zu geben und mit einer Keramik und Porzellandesignerin zu arbeiten. Nun lebe ich seit 6 Jahren wieder in Berlin und arbeite weiterhin an meinem Label, stelle in Galerien aus und arbeite zusätzlich für eine Goldschmiede.  

 

Was machst du, wenn du gerade nicht an deinem Schmuck arbeitest? 

Ich liebe die Natur, gehe unglaublich gern wandern und am schönsten finde ich es weit ab von Zivilisation, nur mit den notwendigsten Dingen bei mir. Aber ich liebe auch das bunte, vielseitige und kulturelle Angebot und das Leben der Stadt. Mit schönen Ausstellungen, Konzerten, Kunst und Design, was ich sehr gern mit Freunden teile. 

Welche anderen Berufe hast du ausgeübt oder gelernt? Verbinden sich Schmuckdesign und diese anderen Berufe heute noch in deiner Arbeit?

Ich habe vorher Grafik/Design gelernt. Das begleitet mich auf jeden Fall wie ein goldener Faden bis heute. Ich mag es auch sehr grafisch im Schmuckbereich zu arbeiten: Ich liebe Silhouetten, Licht und Schattenwirkungen.
Bevor ich beschlossen hatte Goldschmiedin zu werden, habe ich auch mit dem Gedanken gespielt Brillen, Hüte oder Schuhe zu designen. Es war für mich immer wichtig ein Kunsthandwerk zu erlernen und dann selbst fertigen und designen zu können. Beim Schmuck ist dann aber mein Herz hängen geblieben. 

 

Wie läuft der Designprozess ab, wenn es einen gibt? Ist dieser immer ähnlich oder variiert er? 

Ich nehme mir viel Zeit, auch für die Entwicklung der Stücke. Ich lasse es einfach geschehen und gebe der Kreativität Raum und gebe mich der Sache hin. Ich setze mich dann an den Werktisch und beginne zu falten, zu zeichnen und probiere verschiedenste Dinge aus. Einfach, dass Sachen passieren und entstehen. Ich bin dabei auf der Suche nach Ästhetik und ästhetischen Formen. Ich stecke sehr viel Gefühl und Seele in meine Stücke.

 

Antje Porzig bei der Arbeit am Goldschmiede Werktisch - Lötung an einer Goldfassung @ InJewels Berlin

 Schmuck Designerin Antje Porzig am Goldschmiede Werktisch  - Lötung einer 750er Goldfassung

Gibt es besondere Orte/Dinge/Menschen/Erlebnisse die gerne zur Inspiration genutzt werden? 

Ich inspiriere mich gern in der Natur oder entdecke verschiedenste Inspirationen im Alltag. Es geht mir dabei ganz konkret um die ästhetische Formfindung. 

 

Was macht dein Design besonders? Was macht es zur Deinem Design? 

Ich identifiziere mich mit meinem Schmuck: Es gibt feine und klare Formen, die Stücke sind filigran und zart, aber auch organisch und stilisiert.
Ich liebe es Schmuck zu kreieren, jedes einzelne Stück entstehen zu lassen. Ideen schweben in meinem Kopf umher und meine Hände fangen wie selbständig an zu arbeiten. Kleine Gebilde entstehen und verändern sich wieder, bis sie in ihren vorbestimmten Formen aufgehen und sich am Ende zuhause fühlen. Jeder Schmuck ist von mir handgefertigt und trägt ein Stück von „Der Liebe zu meinem Beruf“ in sich.

 

Mit welchem Stein oder Material wolltest du schon immer mal arbeiten, und warum mit diesem? 

Ich würde mich sehr gern mehr mit Glas beschäftigen. Es ist so ein elegantes, zartes Material, was zugleich zerbrechlich, aber auch sehr robust sein kann. Noch ein Beruf, den ich zu gern erlernt hätte ist die Glasbläserkunst! 

 

Antje Porzig Gold Silber Kupfer Legierung 750er / 18K Goldschmiedin in Berlin @ InJewels

18k Weißgold Goldlegierung vorbereiten - 999er Gold Nuggets mit Kupfer und 999er Palladium

 

Welches ist Dein liebstes Stück, dass du im letzten Jahr designt hast?

Mein liebstes Stück ist die Brosche „Blossom“, da sie sehr voluminös, grafisch und zart ist und trotzdem protagonistische Präsenz beim Träger einfordert.

 

Welchen Ferienort besuchst du einfach immer und immer wieder? 

Spanien ist wie meine zweite Heimat. Dort bin ich erwachsen geworden, dort habe ich viele liebe Freunde und habe viel gelernt. Vor allem hat es mich sehr geprägt. Wenn ich Energie tanken möchte, dann mache ich es dort. 

 

Warst du schon einmal traurig, beim Verkauf eines Schmuckstücks, weil du wusstest, dass du es nicht noch einmal bauen wirst?

Ja, schon oft! Einmal habe ich es nicht verkauft. Ich hoffe immer, dass es an die richtige Person geht, die es auch zu schätzen weiß und es mag. Das ist mir immer wichtig, aber natürlich nicht die Regelung. Ich freue mich über jeden  Verkauf, besonders, wenn der Kunde am Ende lächelnd mit meinem Schmuckstück nach Hause geht.

Danke Liebe Antje

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