Verlobungsringe – die Prinzessinnen unter den Ringen

Der Schmuck-Designer Matti plaudert für InJewels aus dem Näh- bzw. Schmuckkästchen. Thema dieses Mal: der Verlobungsring.

Der schönste Brauch der Welt: der Verlobungsring

Kaum ein Schmuckstück wird stärker von Bräuchen und Richtlinien umrankt als der Verlobungsring – dabei ist es doch gar nicht so schwer, den richtigen Ring zu finden.

Meine Empfehlung bei der Auswahl des richtigen Rings zur Verlobung

Bei Verlobungsringen ist meiner Meinung nach kein Raum für Experimente gegeben. Hier darf und soll es so richtig schön traditionell und romantisch sein. Die Zukünftige wird es euch danken – glaubt mir.

Und für alle, die mit dem Gedanken spielen, komplett auf einen Ring zu verzichten: Ein Antrag ohne Ring ist wie Petting – schon irgendwie schön, aber nun gut, man hätte sich eben doch mehr gewünscht.

 

Zwei goldene Verlobungsringe mit farbigen Schmucksteinen, getragen an einer Hand, die sich um die Schultern legt

 

Preise und Materialien bei Ringen

Wie bei jedem Schmuck variiert der Preis für einen Verlobungsring erheblich: Ausschlaggebend sind

  • die verwendeten Materialien,
  • das Design,
  • ob er einen Edelstein enthält,
  • der Wert des Edelsteins sowie
  • der Grad der Handarbeit und/oder Personalisierung.

Preise & Qualität der Edelsteine

Auch die Kosten für die Edelsteine im Ring​​ – falls vorhanden – hängen von der Art und ihrer Qualität ab. Diamanten werden nach folgenden standardisierten Beschreibungen bewertet:

  • Dem Karat-Gewicht
  • Der Farbe
  • Der Reinheit
  • Dem Schliff

Andere Edelsteine, ​​wie Saphire, Rubine, Smaragde etc., besitzen wiederum andere Bewertungssysteme.

Meiner Meinung nach sollte ein Verlobungsring ein Solitär-Ring aus Gold oder Platin sein und einen Diamanten enthalten. Nichts verkörpert das Feuer der Liebe schöner als diese Auswahl an Materialien im ewigen Zusammenspiel.

Die einzige Ausnahme: der Saphir-Verlobungsring – eine uralte, wunderschöne Tradition. Lady Di hatte einen und Kate Middleton trägt ihn ebenfalls. Das leuchtende Blau des Saphirs steht für ewige Treue.

Eine weitere wichtige Kategorie sind Verlobungsringe mit an den Seiten eingelassenen Steinen. Ringe mit einem größeren Diamanten in der Mitte und kleineren Diamanten auf den Seiten gehören in diese Kategorie. Drei-Steine-Diamant-Verlobungsringe, manchmal auch Dreifaltigkeits-Ringe oder Trilogie-Ringe genannt, sind Ringe mit drei zueinanderpassenden Diamanten, die horizontal in einer Reihe platziert und mit dem größeren Stein in der Mitte ausgestattet sind. Die drei Diamanten auf dem Ring stellen normalerweise die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Paars dar; manche geben dieser Anordnung eine religiöse Bedeutung.

Verlobungsringe bei InJewels

Fun Facts zum Thema Verlobungsringe

  • Die Bezeichnung Solitär-Ring geht auf das französische Wort für Einzelgänger, „solitaire“, zurück. Damit wird ausgedrückt, dass die Ringschiene nur von einem einzigen Edelstein bekrönt wird, wobei es sich hier traditionell um einen Diamanten handelt. Dies ist mit ein Grund dafür, dass sich der Solitär-Ring so gut als Verlobungsring eignet – er steht gleichnishaft dafür, dass die Auserwählte einmalig und unersetzbar ist.
  • Die Krappenfassung (engl.: prong setting) erhält ihren Namen aufgrund der sogenannten Krappen. Die Krappen sind kleine Edelmetallstreifen, die in gleichmäßigen Abständen um den Diamanten herum angeordnet sind und ein „Körbchen“ bilden, in welchem der Edelstein liegt. Die Krappenfassung ist die weltweit am häufigsten verwendete Schmuckfassung. Insbesondere beim Solitär-Ring ist sie besonders beliebt. Durch die Flexibilität der Krappen empfiehlt sich die Fassung für alle Schliff-Formen von Diamanten.
  • In der Regel wird ein Diamant von zwei bis sechs Krappen gehalten. Je mehr Krappen eine Fassung hat, desto sicherer sitzt auch der Diamant. Die Krappen-Enden werden an den Diamant gebogen, sodass dieser sicher in der Fassung fixiert ist. Die Krappen können sehr filigran oder auch breit, fast wuchtig ausgeführt sein. Sie können rund, oval oder spitz abschließen. All dies hängt vom Design des Schmuckstücks sowie vom Stil des jeweiligen Goldschmieds ab.
  • Die Idee, dass ein Mann einen erheblichen Teil seines jährlichen Einkommens für einen Verlobungsring auszugeben hat, stammt wiederum von der De Beers Marketing-Kampagne des frühen 20. Jahrhunderts. Ziel war es, den Verkauf von Diamanten anzukurbeln. In den 1930er-Jahren wurde suggeriert, dass ein Mann den Gegenwert seines Monatseinkommens für den Verlobungsring ausgeben sollte; später wurde vorgeschlagen, dass er zwei Monatsgehälter dafür ausgeben sollte.

Ein Schlusswort: Speziell beim Verlobungsring ist Labelprestige meiner Meinung nach fehl am Platze. Noch viel wichtiger als die Aufschrift Cartier, Tiffany und Co. sollte die Schönheit des Ringes sein. Ich empfehle euch: Lasst euch auf eurer Suche nach dem perfekten Ring nicht beirren! Der einzige Name, den ihr dabei im Kopf haben solltet, ist der der Braut.

Ringe bei den Griechen, Römern und Ägyptern

Für die Neugierigen – die Geschichte des Verlobungsrings:

Warum also stecken wir unseren Liebsten Edelmetall an den Finger? Der Ursprung liegt weiter zurück, als man glauben mag.

Für die alten Ägypter bedeutete der Kreis einen nie endenden Zyklus, ein Symbol für Unendlichkeit. Auch in Zeiten der Römer finden sich Hinweise auf Verlobungsringe. Römische Männer verschenkten Ringe, die einen kleinen Schlüssel miteinschlossen. Die Romantiker unter den Wissenschaftlern glauben, dass diese als symbolische Schlüssel für das Herz des Mannes zu deuten sind. Möglicherweise standen sie einfach nur für den Zugang zu Reichtum.

Doch Liebe suchen wir hier vergeblich: Der Ring war eher ein Symbol für die Frau als Eigentum des Mannes – und keines für tiefe Gefühle.

Verlobungsringe werden übrigens auf dem vierten Finger der linken Hand getragen. Nach der Heirat wandert er zusammen mit dem Ehering an den vierten Finger der rechten Hand, weil die alten Griechen glaubten, dass dieser Finger eine Vene zum Herzen, die Vena Amoris, hat.

Da wir schon bei den Griechen sind: Sie waren die vielleicht erste Kultur, die Verlobungsringe auch als solche angesehen haben. Man war jedoch noch nicht dazu verpflichtet, die Ringe vor der Trauung zu übergeben, wie es heute üblich ist.

Noch ein schneller Abstecher zurück zu den Römern: Im zweiten Jahrhundert v. Chr. ging man dazu über, den Bräuten sogar zwei Ringe zu geben. Der eine war golden und für die Öffentlichkeit bestimmt, der andere silbern und für zu Hause vorgesehen.

Jetzt ist es natürlich interessant zu erfahren, wie unsere europäischen Vorfahren das Thema angegangen sind. Hier waren Verlobungsringe als „Posy“-Ringe (zu Deutsch: Sträußchen) bekannt. Sie wurden als eine Art Versprechen von Treue und Liebe weitergegeben.

Die tatsächliche Geschichte der Verlobungsringe nimmt erstmals im Jahre 1215 ihren Lauf, als Papst Innozenz III. eine Wartezeit zwischen dem Eheversprechen und der tatsächlichen Eheschließung etablierte. Die Ringe wurden dann in dieser Zeit zum Symbol der Hingabe des Paares zueinander. Während dieser Epoche stellten Verlobungsringe oft den sozialen Rang dar, da nur die Reichen Ringe mit Edelsteinen besitzen konnten und tragen durften.


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